Halbzeit, oder: Bin ich diesmal irgendwie schwangerer?

Heute Morgen hat mir die Schwangerschaftsapp auf meinem Telefon eröffnet, dass bereits 50% der Schwangerschaft hinter mir liegen. Ungefähr wusste ich natürlich, wie weit ich bin, aber manchmal vergehen die Tage so schnell, dass ich mir kaum bewusst Gedanken darüber mache, wann und wie wir unser viertes Kind tatsächlich begrüßen dürfen. Im Juni soll es so weit sein und das kommt mir gefühlt noch so, so weit weg vor. Es ist schließlich erst Januar, wir stecken mitten im Winter und somit liegt zwischen dem Baby und mir noch eine ganze Jahreszeit, der Frühling. Sicher werde ich spätestens dann etwas umtriebiger werden, erste Kleidungsstücke raussuchen und mir Gedanken machen, ob wir alles haben, was wir für die ersten Wochen benötigen. Tatsächlich fühlt sich diese Schwangerschaft überhaupt nicht an wie Routine, aber doch sehr vertraut. Vor wenigen Wochen, als ich das erste Mal leichte Bewegungen im Bauch spüren konnte, da wusste ich direkt, was das Flattern bedeutet und dass es keineswegs bloß Einbildung ist, wie früher oft gedacht. Wenn mir jetzt mal kurz schwindelig wird oder meine Beine abends unruhig sind, dann weiß ich, woher es kommt, und auch, dass mich mit ziemlicher Sicherheit schon nächste Woche ganz andere Dinge umtreiben werden. Denn mittlerweile geht es mir richtig gut mit dieser Schwangerschaft! In den ersten Wochen war mir so übel, wie ich es vorher überhaupt gar nicht kannte und ich war so müde und antriebslos, dass ich mich zwischendurch wirklich gefragt habe, ob ich mich (bzw. meinen Körper) nicht doch etwas überfordere. Es ging alles so plötzlich los und ich war mir schon weit vor dem Testergebnis sicher, schwanger zu sein. Trotzdem begleitete mich die Unsicherheit der ersten Wochen auch diesmal und ich freute mich richtig über den rasant wachsenden Bauch. Beinah von Anfang an war mein Geruchssinn total stark und auch das war überraschend intensiv und ist meistens schön – es sei denn, man steht in der überfüllten U-Bahn, kämpft sowieso schon gerade gegen die aufkommende Übelkeit und dann stellt sich eine Frau neben dich, die den Gesamtvorrat an „Vanilla Kisses“ (kennt das noch wer?) aufgekauft haben muss.

Auch mein Geschmackssinn hat sich dieses Mal deutlich verändert und ich kann mir manche Lebensmittel, die ich sonst sehr gerne esse, noch nicht einmal vorstellen, ohne dass es mich schüttelt. Wenn ich darüber nachdenke, dass mir in dieser Schwangerschaft alles viel deutlicher und intensiver vorkommt, dann gibt es dabei eigentlich nur eine Sache, die mir Respekt einflößt und in manchen Momenten auch Sorge bereitet: Die Vor- und Nachwehen waren bei Kind 3 schon nicht ohne und auch die Spitzen des Wehenschmerzes erinnere ich noch äußerst genau. Was also, wenn auch diese Teile der Schwangerschaft viel deutlicher bis extremer ausfallen? Genau mit diesen Gedanken werde ich in den nächsten 20 (?) Wochen sicher noch viel herumjonglieren, aber vielleicht zeigt mir der bisherige Verlauf ja genau das: Schwangerschaft und Geburt sind so individuell, wie die Menschen, die dabei zur Welt kommen, und ich freu‘ mich riesig drauf.

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