Ein Mittwoch, oder: zwischen Textarbeit und technischem K.O.

Der Tag beginnt mit dicker Luft. Aber nicht im Sinne von Streitigkeiten, sondern ganz buchstäblich, denn im Schlafzimmer ist es total stickig und plötzlich ist die Erinnerung an den letzten Sommer wieder da und auch daran, dass ich sehr fest vorhatte, einen Luftbefeuchter (oder wie auch immer das heißt) zu besorgen. Ich wache also schon mit leichtem Kopfdruck auf und bin noch dazu total müde, aber nach einer heißen Dusche und dem ersten Kaffee wird es langsam. Die Kleinen gehen heute wieder in den Kindergarten und auch der große Sohn muss trotz der Ferien früh raus, denn er fährt heute für ein paar Tage zu seiner Oma an den Niederrhein und da nimmt Jan ihn gleich morgens mit. Als alle aus dem Haus sind, schmeiße ich nur schnell die Waschmaschine an, räume das Gröbste auf und funktioniere den Küchentisch zum Schreibtisch um. Über die Feiertage sind nicht nur so einige Mails liegen geblieben, sondern auch Korrekturarbeiten an eigenen und ‚fremden‘ Texten, die ich heute gern erledigen möchte. Und es geht gut voran, besonders weil das, was ich heute lesen ‚muss‘, durchweg interessant und gut geschrieben ist. Auch ein Aufsatz für unser Buch über Bäume und Literatur, das ich gemeinsam mit zwei Kolleginnen herausgeben werde, ist darunter und ich lerne eine ganze Menge über den Baum als Statussymbol. Erst gegen Mittag kommt Jan zurück von seiner Tour, denn er hatte auf dem Weg noch so einiges zu erledigen – u.a. haben wir jetzt (wieder) eine Auto-Babyschale für unser Junibaby und so langsam ist die Liste der Dinge, die noch besorgt werden müssen, abgearbeitet.

Wir machen gemeinsam eine kurze Mittagspause mit Brötchen und danach möchte ich mich eigentlich etwas ausruhen, aber vorankommen wäre auch ganz schön, sodass ich mir noch eine kleine Schreibarbeit vornehme und damit dann doch erst fertig bin, als die Kleinen aus dem Kindergarten zurückkommen. Wir snacken Obst und etwas Schokolade aus den noch sehr gut gefüllten Osterkörbchen und dann spielen wir uns so durch den Nachmittag. Am frühen Abend möchte ich kochen und eigentlich soll es Drillinge, lilafarbene Möhren aus der Biokiste und Schnitzel geben, doch als das Wasser im Möhrentopf auch nach über zehn Minuten nicht wirklich heiß geworden ist, schwant mir, dass unser Herd nun wohl tatsächlich den Geist aufgibt. Auch eine zweite Platte wird nicht mehr warm und so beschränke ich mich erstmal auf die Kartoffeln und die Schnitzel, denn mittlerweile haben zwei von zwei Kindern Hunger und sind entsprechend nölig. Nach dem Essen google ich dann – obwohl das gerade auch keinen großen Spaß macht, denn irgendwie sind sowohl mein PC als auch mein Telefon vollkommen verseucht mit Werbung und unpassenden Suchergebnissen…nächste Baustelle – nach Kochfeldern, denn unser Backofen ist nicht betroffen, sodass wir ‚nur‘ eine neue Kochplatte anschaffen werden. Von einem Reparaturversuch nehmen wir diesmal direkt Abstand, denn die Platte hat schon viele Jahre auf dem Buckel und hat uns eigentlich von Anfang an oft geärgert, sodass hier wirklich mal was Neues hermuss. Nach dem recht kargen Abendessen räume ich noch einen ganzen Stapel Babysachen, den ich am Wochenende von meiner Schwägerin bekommen habe, in die freigeräumte Kommode. Eigentlich braucht man ja beim vierten Kind eher keine Schlafsäcke, Bodies und Hemdchen mehr, aber nach der Geburt unseres dritten Kindes war ich eine Zeitlang absolut sicher, dass wir keine weiteren Kinder mehr bekommen würden und habe einen Gutteil unserer Sachen weitergegeben. Darunter ist nicht wenig, dem ich jetzt schon hinterhertrauere (der wunderschöne Lammfellfußsack für den Winter, ein brauner Walkanzug usw.) … Aber nun ja, mit schnellen Entscheidungen habe ich Erfahrung…

Den großen Sohn rufen wir natürlich auch noch an und der ist ganz fröhlich und einfach nur rundum zufrieden, denn bei Oma gefällt es ihm immer sehr. Den ganzen Tag dreht es sich endlich mal wieder nur um ihn, Oma hat Zeit für alle möglichen Aktivitäten und last but not least einen funktionierenden Herd – ein Punkt, der für unseren großen Sohn überaus wichtig ist, denn er isst total viel und gerne. Anschließend werden die Kleinen ins Bett gebracht, aber das dauert ein bisschen, da das Donnergrollen gerade doch noch zum Gewitter wird. Das ängstigt die Kinder zwar nicht wirklich, schläfert sie aber auch nicht unbedingt ein. Aber jetzt ist Feierabend und ich habe nur noch eine offene Frage: Buch oder Serie?

Eure Simone

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