Ein Mittwoch, oder: vom pünktlichen Handwerker zum verirrten Vogel

Der Tag beginnt gewohnt zeitig, denn ein Kind muss zur Schule und die anderen beiden gehen in den Kindergarten. Jan übernimmt die Fahrerei, während ich mit der kleinen Tochter auf den Handwerker warte, der die gesprungene Glasscheibe in unserer Haustür austauschen soll. Aber was heißt hier warten: Der gute Mann ist überpünktlich, macht null Dreck und ist nach zwanzig Minuten fertig. Ich habe keine Ahnung, wie er das gemacht hat, denn das einzige Werkzeug, das ich gesehen habe, war ein Cuttermesser, aber das Ergebnis ist super und ich muss ja nicht alles wissen.

In der Zwischenzeit ist das Baby eingeschlafen und ich schreibe eine Rezension für den Blog, die auch direkt online geht. Anschließend gibt es Kaffee Nr. 2, viel Wäsche zu falten und diese Gelegenheit wird genutzt: Unser Nordsee-Urlaub rückt nämlich in greifbare Nähe und so packe ich schon mal die große Reisetasche mit unserer Kleidung, suche die Schwimmsachen zusammen, bin ausnahmsweise mal wirklich im Pack-flow, und als die Tochter wieder aufwacht, auch schon ein gutes Stück vorangekommen.

Wir haben noch sehr viele Eier im Kühlschrank und so beschließe ich, noch etwas zu backen. Es wird der Südtiroler Schokoladenkuchen nach Frische Brise, der wirklich leicht zu machen ist und uns später ausgezeichnet schmeckt. Doch da plötzlich höre ich es wieder: Ein lautes, sehr gleichmäßiges Pochen, das ich zuerst für Hammerschläge gehalten habe, aber es ist ein Specht, der unsere Hauswand anscheinend mit einem Baum verwechselt und darin leider auch schon ein recht großes Loch hinterlassen hat… Jan schnappt sich das Flatterband und bringt ein Stück davon an der Regenrinne an, denn das soll helfen, die Vögel fernzuhalten… Zwei Stunden später ist der Typ aber wieder da und ich fürchte, wir haben bald den nächsten Handwerkerbesuch vor uns.

Die große Tochter wird abgeholt und auch das Schulkind kommt nach Hause – zu Mittag gibt es die Nudelreste von gestern Abend und danach dürfen die beiden kurz Fernsehen, da Jan und ich Kaffee trinken und den Rest des Tages besprechen wollen. Am Nachmittag muss noch eingekauft und ein Kameraobjektiv, das wir mit in den Urlaub nehmen möchten, abgeholt werden. Jan nimmt den kleinen Sohn mit auf seine Tour und so bleibe ich mit drei plötzlich sehr müden Kindern zu Hause. Der Nachmittag plätschert so vor sich hin, ist dabei aber wirklich sehr gemütlich: Die Kinder bekommen von mir zwei frische Notizhefte und wir bereiten Urlaubstagebücher vor, hören Hörspiele und lesen ein paar Seiten.

Abends gibt es dann Pizza und noch einen kurzen Besuch von einer jungen Mutter, die unseren Geschwisterkinderwagen kaufen möchte. Das gute Stück ist wahrlich nicht mehr wie neu, fährt aber noch einwandfrei und ich bin froh, dass sich unser Fahrzeugbestand wieder etwas lichtet. Auf mich wartet jetzt noch etwas Aufräumarbeit in der Pizza-Bastel-Küche, aber dann hoffentlich auch bald ein Feierabend mit dem vorletzten Harry Potter Film, den ich tatsächlich zum ersten Mal sehe. Ich habe die ganze Reihe viele Jahre lang erfolgreich ignoriert und bin jetzt doch sehr begeistert.

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