Wochenende in Bildern mit Jahresendzeitstimmung

19. und 20. Dezember 2020

Samstag und Sonntag (oder?)

Das heutige Wochenende in Bildern ist nicht wirklich eins, eher ein Wochenende in Worten. Denn wenn das Jahr zu Ende geht und Weihnachten kurz bevorsteht, dann verändert sich auch mein Rhythmus total. Ich bleibe abends sehr lange auf, höre plötzlich Musik (mache ich sonst nur im Auto), lese in alten Tagebüchern und denke ganz bewusst an Ereignisse, Menschen und Dinge zurück, an die ich lange nicht gedacht habe. Der Alltag rückt hinter einen irgendwie verschwommenen Vorhang und hätte ich keine Kinder, dann würde ich in dieser Zeit gerne zu viel trinken, bis mittags schlafen, tagelang nicht rausgehen und mich von kalter Pizza ernähren.

Aber glücklicherweise sind die Kinder ja da und so gehen wir mindestens einmal am Tag spazieren, allerdings findet das gerade unter erschwerten Bedingungen statt, denn auch die matschigsten Wälder sind wieder voller Menschen, die sonst ihre Samstage eher in Einkaufszentren verbringen. Das nervt mich, obwohl es das natürlich nicht sollte, denn irgendwo müssen ja all die Menschen hin. Aber gerade ist so eine Zeit, da würde ich gerne irgendwo wohnen, wo der nächste Nachbar noch so gerade eben zu erahnen ist, und nicht in einem Ballungsgebiet.

Die Tage gehen ineinander über und sind wahnsinnig kurz. Wir stehen gerade auf, da ist es schon Zeit fürs Mittagessen, aber trotzdem sind dazwischen sechs Stunden vergangen, die wir zwischen Brötchen, Kinder-Netflix, Farbkästen, Wäschekörben und Hui-Buh-Tonies verbracht haben.

Abends, wenn alle Kinder schlafen, arbeitet Jan meist bis Mitternacht, weil er tagsüber nicht ausreichend dazu kommt, und ich reise nach Seattle, denn selbstverständlich halte ich das von mir in den letzten 15 Jahren nie beachtete „Grey’s Anatomy“ mittlerweile für eine absolut großartige Serie.

Wir backen und lesen, wir schreien und keifen. Wir wünschen die anderen auf den Mond und können nicht nah genug sein. Wir lachen und tanzen und manchmal weiß ich nicht wohin mit all der Sehnsucht, dem Fernweh und der Melancholie, die überschwappen, wenn ich mich erinnere und zugleich frage, wann die Leichtigkeit zurückkommt und wie wir sein werden, wenn wir es in den Sommer geschafft haben. Ich bin nachdenklich und andererseits vollkommen platt und spröde und lache zehn Minuten über Jans Flachwitze, die er mir genau deswegen erzählt.

Ich liebe das Jahresende, denn nichts ist besser, als ein neues Kapitel aufzuschlagen. Aber ich fürchte es auch ein wenig, denn nehmen soll es mir nichts. Im Gegenteil: Ich will alles behalten und mitnehmen, nicht einen Tag loslassen und mir am liebsten jedes noch so kleine Detail merken, denn auch wenn diese Zeit gerade schwer ist: sie kommt nicht wieder und das ist trotz aller Entbehrungen sicher nicht nur ein Segen.

Die anderen Wochenenden in Bildern gibt es auf Grossekoepfe, bei Alu und Konsti.

Eure Simone

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