Ein Mittwoch, oder: zwischen Prüfungs- und Kitagesprächen

Draußen ist es ganz schön finster. Aber die Vögel geben auch heute wieder alles, also muss es wohl tatsächlich Morgen sein. Die Kinder würden allesamt auch gerne weiterschlafen, aber es hilft ja nichts, also ab in den Tag. Wir frühstücken mit Jan, der dann rasch los zur Arbeit muss, sodass ich die Kinder fertig mache und zur Schule verabschiede bzw. in den Kindergarten bringe. Danach kann ich ganz ohne Eile zur Uni fahren und mir noch ein Brötchen und Kaffee Nr. 2 besorgen, bevor ich eine liebe Kollegin treffe, deren Prüfungen ich heute protokolliere. Eigentlich also ein ganz normaler Arbeitstag, aber doch auch wieder nicht, denn ab genau jetzt habe ich Urlaub und der wird übergehen in die Mutterschutzzeit, sodass ich heute meinen vorerst letzten Arbeitstag hatte. Korrigieren werde ich trotzdem noch und auch ein paar Schreibarbeiten wollen noch fertiggestellt werden, aber trotzdem fühlt sich das wirklich gut an, denn irgendwie beginnt damit auch die letzte Phase der Schwangerschaft. Nun bin ich ja bereits in der 30.ten Schwangerschaftswoche angekommen und gestern Abend hatte ich diesen Moment, den ich auch vom letzten Kind noch gut kenne: Auf einmal wurde mir sehr, sehr klar, dass es nur noch wenige Wochen sind, bis hier wieder ein neuer kleiner Mensch einziehen wird und augenblicklich waren da Freude, Panik und der unaufschiebbare Drang nach einer Baby-Countdown-To-Do-Liste. Während ich in den drei vorangegangen Schwangerschaften zu diesem Zeitpunkt im Grunde schon beinah alles vorbereitet hatte, gibt es jetzt noch einige Dinge zu organisieren und so langsam sollten wir damit wohl mal loslegen. Mittlerweile ist die Liste fertig und das ist für mich schon immer die halbe Miete, da ich Ordnung im Kopf am besten mit Hilfe von Papier und Stift herstellen kann.

Doch zurück in die Uni: Die Prüfungen liegen bald schon hinter uns und nach einem Blick in meinen Postkorb mache ich mich rasch auf den Heimweg, denn viel Zeit habe ich nicht mehr, möchte aber sehr gern eine – wenn auch kurze aber ruhige – Mittagspause einlegen. Das funktioniert jedoch nur halbwegs gut, weil ich zwischendurch noch ‚mal eben‘ die Spülmaschine und die Waschmaschine ausräume, zwei Termine per Telefon vereinbare und ein Päckchen packe, sodass nach einem schnellen Teller Nudeln von gestern auch schon wieder Aufbruch angesagt ist. Im Kindergarten erwarten mich zwei Erzieher/innen der Kleinen zum Entwicklungsgespräch und es ist wie immer sehr schön und spannend, mehr davon zu erfahren, wie sich unsere Kinder in der Gruppe verhalten, wie es ihnen während der täglichen Kitaabläufe ergeht und wie die Erzieherinnen und Erzieher einschätzen, was unsere Kinder derzeit besonders beschäftigt, welche Kontakte intensiviert werden und was am liebsten gespielt wird. Anschließend nehme ich die beiden natürlich direkt mit nach Hause und nach einer kurzen Keksrunde läuten wir mit dem Schulkind den Nachmittag ein. Der beginnt mit stabiler Seitenlage für alle, da der große Sohn begeistert vom 1. Hilfe Kurs berichtet und da müssen verschiedene Dinge natürlich mal nachgestellt werden. Gekocht wird später nicht besonders ausführlich, denn das schaffe ich unter der Woche nur selten. Also gibt es die Vortagssauce mit frischen Nudeln, alle werden satt und während die Kinder noch ein bisschen fernsehen, kann ich die Bücher für den bevorstehenden Schul-Flohmarkt mit unserer Verkaufsnummer und Preisen auszeichnen. Anschließend hoffe ich auf Jan, denn die Abendroutine mache ich deutlich lieber nicht alleine, aber bei ihm wird es heute unerwartet spät, sodass ich die Kinder ins Bett bringe. Gedauert hat das heute eine kleine Ewigkeit, dann noch fix die Küche aufgeräumt und da höre ich endlich einen Schlüssel im Haustürschloss und bin froh, dass ich den Mann noch wach begrüßen kann.

Gute Nacht und habt einen schönen Donnerstag!

Eure Simone

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