Unsere Harry Potter-Kinderparty zum zehnten Geburtstag

Am letzten Wochenende haben wir eine Harry Potter-Kinderparty gefeiert und das war wirklich ein großer Spaß! Bei manchen Spielen und Ideen hatte ich zuvor etwas Sorge, ob diese auch funktionieren und gut ankommen würden, aber nun kann ich sagen: Ja, alles wurde erprobt und für richtig gut befunden!

Der Aufwand war insgesamt nicht gerade klein, aber das war die erste Feier des großen Sohnes seit langer Zeit und da wollten wir es gerne ein wenig krachen lassen. Ich erzähle euch jetzt, was wir genau gemacht haben, und freue mich sehr, wenn die ein oder andere Idee auch was für eure Party ist.

Die Einladungen

Da mussten wir nicht lange überlegen: Briefe aus Hogwarts sollten es sein und da habe ich den Sohn entscheiden lassen: Sollen wir die basteln oder kaufen? Entschieden hat er sich für vorgedruckte Karten, die kamen dann in historisch anmutende Umschläge (beides gibt es bei Amazon, aber ich verzichte hier mal auf links). Unser Eigenanteil war dann die schöne Sauerei, die wir mit rotem Kerzenwachs veranstaltet haben, denn natürlich braucht so ein Brief aus Hogwarts ein anständiges Siegel.

Die Deko

Auch bei der Deko gibt es ja zig Sachen, die man bestellen kann. U.a. auch einen Türvorhang mit Backsteinmuster zum Gleis 9 3/4, aber da ich schon einige Dinge für die Spiele bestellt hatte, habe ich mich hier sehr zurückgehalten. Wir wollten ja sowieso die meiste Zeit draußen verbringen, aber auf ein paar schwebende Schlüssel und einige Hedwig-Ballons wollte ich nicht verzichten. Die Schlüssel gibt es auch beim Versandriesen und da ich ein Paket mit 24 Stück gekauft hatte (es sind die großen Schlüssel), gab es auch noch je einen pro Kind auf den Kuchenteller und selbstverständlich durften diese behalten werden.

Für die Hedwig-Ballons habe ich weiße Luftballons mit schwarzem Edding bemalt. Jede Menge Vorlagen dafür findet ihr auf Pinterest.

Das Highlight unserer Dekoration war aber eine andere Eule, nämlich Hedwig mit den fliegenden Briefen, die sogar die Flügel bewegen kann, wenn man leicht (ich betone leicht, denn mittlerweile sieht Hedwig hier anders aus…) an den Flügeln zieht.

Die Anleitung und die Bastelvorlagen stammen aus dem genialen „Das magische Bastelbuch“, in dem Ideen versammelt sind, die ich so wirklich noch nirgends gesehen habe. Für Potter-Fans wirklich eine ganz tolle Sache!

Für manche dieser Bastelideen braucht man wirklich Geschick und recht viel Zeit, aber dafür sind die Ergebnisse auch außergewöhnlich. Andere Sachen gehen recht fix, sodass für jede ‚Bastelstufe‘ hier etwas dabei sein sollte. Zudem gibt es noch einige Hintergrundinformationen zu den Potter-Filmen und ihren Darsteller:innen und so ein Insiderwissen wird hier gerne aufgesogen.

Die Schnatzeljagd

Aber nun zu dem, was die Party ausgemacht hat, denn das war die vorher gut vorbereitete Schnatzeljagd mit elf Stationen. Es waren insgesamt sechs Kinder, die sich alle untereinander kannten und so konnte ich ungefähr abschätzen, was funktioniert und was nicht. Aber erstmal kamen die Kinder an, Geschenke wurden überreicht und dann gab es Kuchen.

Das war ein einfacher Marmorkuchen, überzogen mit Schokolade und dekoriert mit Potter-Keksen, die ich am Tag zuvor mit den kleinen Geschwistern gebacken hatte, denn natürlich möchten die drei am liebsten in alles einbezogen werden.

Nach dem Kuchen gab es dann die Schnatzeljagd-Karten, auf denen ich die Reihenfolge der Spiele vermerkt hatte. Dabei habe ich den Spielen aber etwas verschlüsselte Namen gegeben, denn ich wollte den Kindern zwar einen kleinen Plan an die Hand geben, aber noch nicht alles vorher verraten.

Der sprechende Hut

Zuallererst mussten die Häuser verteilt werden und da habe ich mir ein wenig den Kopf zerbrochen, wie man das jetzt hinkriegt, ohne einen total riesigen Aufwand zu betreiben. Ich habe mich dann für eine Art Quiz entschieden und das kam echt gut an. Jedem Kind habe ich eine Frage gestellt und die jeweilige Antwort repräsentierte ein Haus. Mit Auswahl der Antwort war dann entschieden, in welches Haus die Kinder kamen. Und natürlich musste man beim Beantworten einen riesigen Hexenhut tragen, den wir noch aus unserer Kostümkiste gezogen haben. Ich schreibe mal ein paar der Fragen für euch auf:

Stell Dir vor, Voldemort ist hinter Dir her und Du bist ganz allein – was machst Du?

A: Ich konzentrierte mich auf meine innere Kraft und verlasse mich auf meine Kenntnisse. (Ravenclaw)

B: Ich verbrüdere mich mit Voldemort und wir gehen einen trinken. (Slytherin)

C: Ich stürze mich furchtlos in den Kampf. (Gryffindor)

D: Ich weiß, dass meine Freunde mich nie im Stich lassen und darauf vertraue ich (Hufflepuff)

Stell Dir vor, Du kannst alle Zaubertränke anwenden und beherrschen – welchen Trank wählst Du?

A: einen Weisheitstrank, der mir alles Wissen verleiht, das ich brauche. (Ravenclaw)

B: einen Trank, der mich unverwundbar macht. (Gryffindor)

C: einen Unsichtbarkeitstrank, damit ich meine Feinde ausspionieren kann. (Slytherin)

D: einen Schlaflos-Trank, mit dem ich nicht mehr schlafen muss und mich so auf alles vorbereiten kann. (Hufflepuff)

Stell Dir vor, dass die Totesser euch aufgespürt haben und Du Dich entscheiden musst: Ron und Hermine sind in Gefahr und Du kannst nur einen von beiden retten. Was tust Du?

A: Du machst Dich aus dem Staub, um Dich selbst zu retten. (Slytherin)

B: Du bietest Dich selbst im Tausch an. (Hufflepuff)

C: Du lässt den Zufall entscheiden, denn so eine Entscheidung kann man nicht treffen. (Ravenclaw)

D: Du versuchst trotzdem, beide und Dich selbst zu retten. (Gryffindor)

Du bist im Zaubereiministerium und sollst Dich dort rechtfertigen, weil Du einen verbotenen Zauber gezaubert haben sollst. Was tust Du?

A: Du verlässt Dich auf deine Eltern – die werden dich da schon rausholen, egal, was Du getan hast. (Slytherin)

B: Du bleibst ganz ruhig, denn du weißt, dass du unschuldig bist. (Gryffindor)

C: Du überlegst dir ganz genau, wer dir wohl schaden will und suchst nach seiner Schwachstelle. (Ravenclaw)

D: Du hältst eine flammende Rede, die deine Unschuld beweisen soll. (Hufflepuff)

Danach merkte man förmlich, dass die Kinder jetzt gerne loslegen und mal ein bisschen rennen wollten und das konnten sie nun auch. Die nächste Aufgabe lässt sich daher wahrscheinlich auch nicht 1:1 übertragen, aber wenn die Kinder sich in der Nachbarschaft auskennen und frei bewegen können, dann finde ich es eine gute Idee, auch Aufgaben zu stellen, die sie ein wenig wegführen, denn das kam hier erstens super an und zweitens hat man dann Zeit, die anderen Spiele vorzubereiten.

Ein Beispiel: Bei uns in der Nähe ist ein Eiswagen und dort sollten sie die Eissorten zählen – das Spiel hieß ‚Magier der kalten Genüsse‘ und was ganz wichtig war und ich am Anfang vorangestellt habe: es ging nicht darum, dass eine:r die Schnatzeljagd gewinnt, sondern um Teamwork. Bei einem anderen Spiel sollten Sie die Zahl der Fenster an der Schule ermitteln – alles Portale natürlich!

Bohnentasting und Zaubertrankkunde

Ein weiteres Spiel war das Erkennen der teils wirklich schaurigen Geschmäcker von Bertie Botts Bohnen. Da waren manche anfangs etwas verhalten, aber als die ersten Kinder probiert hatten, gab es auch da kein Halten mehr.

Ein weiteres ‚Tasting‘, das ich vorbereitet hatte, waren die Zaubertränke. Eigentlich wollte ich diese in Reagenzgläsern servieren, aber da habe ich einfach nicht die richtigen Gläser gefunden. Entweder waren sie mir viel zu dünnwandig, zu teuer oder es war direkt ein Riesenpaket. Stattdessen habe ich kleine Glasfläschchen besorgt, die mit einem Korken verschlossen werden. (Auch diese gibt es bei Amazon)

Befüllt habe ich dann mit unterschiedlichen Säften und dazu noch ein Rat: nehmt eher keinen Trichter, sondern gießt lieber vorsichtig direkt ein, denn mit dem Trichter ging total viel daneben… Wie gesagt: das hatte ich morgens vorbereitet und kalt gestellt, sodass ich den Zaubertrank-Stand dann später nur noch aufbauen musste. Auch bei diesem Spiel wurde ich erst etwas skeptisch beäugt, aber nachdem ich versichert hatte, dass da nix ekliges drin sei, wurde tapfer probiert.

Dies oder das?

Ein weiteres Spiel war die Potter-Variante von „Dies oder das“, bei der die Gruppe sich einigen musste, was das kleinere Übel ist. Und da wurde teilweise ordentlich gefachsimpelt. Auch hier habe ich ein paar Beispiele für euch:

Wen würdest Du lieber wieder zum Leben erwecken?

Albus Dumbledore oder Severus Snape?

Wen hättest Du lieber als treuen Begleiter?

Hagrid oder Dobby?

Wer ist der schlimmste Bösewicht? Voldemort oder Bellatrix LeStrange?

Wo ist es gruseliger? Im verbotenen Wald oder in Askaban?

Verteidigung gegen die dunklen Künste und weitere Spiele

Zur Verteidigung gegen die dunklen Künste haben wir Bogenschießen gemacht. Verwendet wurden Pfeile mit Plastiksaugnapf, sodass wir auf das Garagentor geschossen haben, das ich vorher mit Ausdrucken der schlimmsten Typen aus dem Potter-Universum versehen hatte. Es galt dann eine gemeinsame Punktzahl zu erreichen, damit auch hier kein Wettkampf entstand.

Ein weiteres Spiel habe ich ‚Disapperieren‘ genannt, aber das hat nicht 100%ig geklappt, war aber dennoch eine richtig gute Beschäftigung, bei der ich irgendwann bremsen musste, damit wir das nächste Spiel schaffen. Ich hatte 5 Liter Seifenblasenwasser angemischt (Pulver gibt es bei… ratet mal) und dazu zwei Stäbe gekauft, mit denen man dann angeblich gigantische Blasen machen kann, die im Idealfall um ein Kind herumgehen. Irgendwann hatten wir auch den Bogen raus und große Blasen haben geklappt, aber diese Einhüllerei nicht. Wollte auch keiner wirklich, denn dabei hat man dann ständig seifiges Wasser auf dem Kopf.

Dann gab es noch ein Schokoladenwettessen (natürlich mit Fäustlingen), ein paar kleinere Rätsel und zu guter Letzt eine Mini-Winkelgasse mit Geheimnis. Dazu hatten wir kleine Häuser aus Pappe bemalt und zwar stammen die aus einem Ikea-Bastelbogen-Set. Solche Sachen habe ich mir übrigens nicht vorab überlegt und dann gekauft, sondern ich bin erstmal durchs Haus gelaufen und habe überlegt, was wir so haben und was man daraus vielleicht machen kann.

Unter einem der Häuser waren ein paar Edelsteine verborgen und es galt zu erraten, was verborgen ist („Was hat die Zeit geschliffen?) und wo es sein kann. Und dann durfte endlich der goldene Schatz, äh Schnatz gesucht werden. Dazu habe ich einen Schuhkarton mit Goldfolie beklebt und mit lauter goldenen Süßigkeiten bestückt, die kaum einer mochte. (Rocher hat ja leider noch keine Saison).

Der Abschluss und die Kosten

Die Schnatzeljagd hat circa zwei Stunden gedauert, aber man hätte manche Spiele auch locker noch länger spielen können. Die kleinen Kinder durften alles ausprobieren, wenn die Großen mit der Station durch waren und sie hatten ja auch noch einen Auftritt als magische Wesen, bei dem sie ein Lösungswort verraten durften. Danach ging es rein und die erste halbe Stunde des ersten Potter-Films wurde angeschaut.

Das war gut zum kurz verschnaufen, denn danach klingelte der (Tage vorher vorbestellte) Pizzabote und brachte das Abendessen. Wir haben insgesamt – mit Essen und Spielmaterialien, Süßigkeiten für die Befüllung der Giveaway-Tüten usw. – ca. 100 bis 120 Euro ausgegeben und ich finde das für eine Kinderparty echt ok. Natürlich sind solche Zahlen immer individuell, aber wenn ich darüber nachdenke, was viele Außer-Haus-Angebote kosten, dann war das sicher eine der günstigeren Parties.

Aber das Wichtigste zum Schluss: Das Geburtstagskind sagte hinterher, dass es die bisher schönste Feier gewesen sei und das hat mich wirklich richtig doll gefreut!

Ich hoffe, die Tipps und Ideen haben euch gefallen und ich freue mich sehr, wenn ihr etwas davon aufgreifen mögt.

(„Harry Potter: Das magische Bastelbuch“ gibt es für 20,00 bei TOPP im frechverlag. ISBN-13: 9783772444722. Hier geht’s direkt zum Buch, das wir als Rezensionsexemplar erhalten haben.)

3 comments Add yours
  1. Tolle Ideen. Ich freu mich darauf einiges mit meinen Kindern nachzumachen – wenn sie sich denn für Harry Potter und für das Lesen interessieren werden. Sie sind erst 5 und 1 Jahre alt. 🙂

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