Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Februar 2019

Am 5.ten eines jeden Monats treffen sich Tagebuchblogger bei Frau Brüllen, die dankenswerterweise sammelt, was all die Schreibenden heute erlebt haben. Bisher habe ich nur still und doch begeistert mitgelesen, aber ab heute bin auch ich aktiv dabei.

Als der Wecker um kurz nach 6 Uhr klingelt, weiß ich Bescheid: Das gestrige Kratzen im Hals heißt heute Erkältung und ich freue mich gleich doppelt darüber, heiß duschen zu können. Die Kinder wollen allesamt nicht aufstehen, aber mit vereinten Kräften bekommen Jan und ich die Drei an den Frühstückstisch. Nach Toast und Müsli packen wir noch die Brotdosen der Kleinen und machen uns alle weiter ausgehfertig. Den großen Sohn mussten wir gestern mit Kopfweh und Übelkeit aus der Schule abholen, daher bleibt er heute noch zu Hause, bzw. begleitet Jan und mich, denn es steht ein besonderer Termin an: Der zweite Ultraschall mit Baby Nr. 4, das heißt der große Organcheck, vor dem ich schon ein bisschen nervös bin. Doch zuvor bringt Jan die Kleinen in den Kindergarten und ich nutze die verbleibende Zeit zur Hausrunde – das gröbste Chaos beseitigen, Wäsche rein, Geschirr raus, ihr kennt das.

Danach fahren wir zu Dritt Richtung A 40, doch das muss ich genauer schreiben, denn ICH fahre. Das ist besonders, weil ich erst vor Kurzem den Führerschein gemacht habe und es ist weiterhin so, dass mich volle Autobahnen und Stop-and-go-Verkehr umgeben von LKWs stressen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir dann aber doch an, finden rasch einen Parkplatz und eine halbe Stunde später geht’s los… Mit dem Baby ist alles in bester Ordnung und auch das Geschlecht kennen wir nun sehr sicher. Verraten wird hier aber noch nichts, denn erstmal wird am Wochenende die Familie eingeweiht. Anschließend sind wir sehr fröhlich und beschwingt, kaufen für den großen Sohn noch rasch dringend benötigte Shirts ein, und fahren dann wieder in Richtung zu Hause. Unterwegs bekommen alle Hunger und wir erinnern uns daran, dass da doch noch was auf der To-Do-Liste stand… der Wocheneinkauf muss noch erledigt werden und so essen wir unterwegs ein Sandwich und arbeiten danach den Einkaufszettel ab.   

Mittlerweile hat der große Sohn fast vergessen, dass er eigentlich krank ist, aber bei mir zieht sich so langsam alles zu und ich bekomme stärkere Kopfschmerzen. Zu Hause schmeißen Jan und ich dann noch für eine Stunde die Computer an, antworten auf die wichtigsten Mails und ich lese die Druckfahnen zu einem Aufsatz, den ich schon vor so langer Zeit geschrieben habe, dass ich mich kaum noch daran erinnere. Aber dann ist es auch schon Zeit, um die Kleinen aus dem Kindergarten abzuholen. Beide sind sehr gut drauf, richtig schmutzig und wie immer nachmittags hungrig. Zu fünft essen wir fast den gesamten – gerade erst eingekauften – Obstvorrat auf und als plötzlich ein hysterischer Streit um die letzte Clementine entbrennt, platzt mir von dem Geschrei fast der Kopf. Jan, der Gute, übernimmt die Bande und ich darf am helllichten Tag ein Erkältungsbad nehmen – das fühlt sich schon etwas dekadent an, aber leider nur für gut 90 Sekunden, denn dann wird es wieder laut. Die Tochter hat aus Protest – wogegen werden wir nie erfahren – auf den Schlafzimmerboden gepinkelt und hüpft nun freudestrahlend zu mir in die Wanne, denn dafür gibt es jetzt ja allen Grund. Anschließend verpacke ich mich in gleich mehrere Schichten Wolle und bereite (dank vorgekochter Bolognese-Sauce) ein schnelles Abendessen zu. Der Kleinste schüttet leider immer noch jede (!) gut gefüllte Schüssel zuerst auf den Tisch, bevor er zu essen beginnt, aber ansonsten bleibt alles friedlich. Das weitere Abendprogramm besteht aus Kinderserie, aufräumen und vorlesen. Und während ich es mir mit heißem Holunder auf der Couch bequem gemacht habe, um diesen Post zu Ende zu schreiben, höre ich von oben noch das Sams quieken und hoffe, dass wir in den nächsten Tagen auch wieder alle so fit werden.

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