Die Kühe, der Traktor, die Hühner und wir. Unser erster (richtiger) Bauernhofurlaub.

Tiere finde ich ganz in Ordnung. Also die meisten zumindest, auf einige könnte ich verzichten. Aber ich gerate weder in Verzückung, wenn ich Meerschweinchen, Hamster oder andere Kleintiere sehe, noch wünsche ich mir Hund oder Katze und saß auch schon sehr lange auf keinem Pferderücken mehr. Habe ich mich jetzt unbeliebt gemacht? Das kann gut sein, denn bereits mit sieben Jahren sagte mal eine Frau, deren Hund ich nicht streicheln wollte, zu mir: Wer keine Tiere mag, der mag auch keine Menschen. Das saß tief – und ist nicht nur komplett unlogisch, sondern trifft auch nicht wirklich zu, immerhin habe ich vier Menschen – zumindest anteilig – gemacht und, wie könnte es anders sein, sie lieben Tiere, ich liebe die Kinder, also na gut, dann fahren wir auf den Bauernhof. Wir hatten das schon mal versucht und waren bitter enttäuscht worden, da die damals gebuchte Unterkunft überhaupt nicht kinderfreundlich war und das wollten wir dieses Mal unbedingt besser machen. Also startete ich eine recht langwierige Internetrecherche, denn uns war eigentlich egal, in welche Himmelsrichtung es uns verschlagen sollte, wir wollten nur gerne nicht weiter weg als ca. 400 Kilometer und schön sollte es natürlich sein.

Urlaub wie im Märchen?

Ich klickte mich durch zahlreiche Hofbeschreibungen, gab unsere Wunschdaten immer und immer wieder in Urlaub auf dem Bauernhof Datenbanken ein, doch oftmals wurden mir dort Wohnungen als frei gemeldet, die dann doch schon gebucht waren und so verlor ich langsam die Lust. Am nächsten Tag gab ich dann einfach mal einen anderen Suchbegriff ein, nämlich Kinderhof, und da fand ich die Larrieder Mühle, ganz in der Nähe des fränkischen Städtchens Feuchtwangen. Der Hof wirbt damit, dass man dort „Urlaub wie im Märchen“ machen könne und so sind die verschiedenen Ferienwohnungen auch nach Märchen benannt. Wir buchten die Wohnung Sterntaler, denn der auch auf der Homepage verzeichnete Übersichtsplan des Hofs überzeugte mich: Es gibt zahlreiche Spielmöglichkeiten für drinnen und draußen, jede Menge Fahrzeuge mit einer eigens dafür vorgesehenen Spielstraße, einen Freiluftstall, den die Kinder selbständig betreten dürfen, eine Spielscheune und vieles mehr. Zudem sahen die Wohnungen sehr einladend aus, es gab die Möglichkeit, Frühstück hinzu zu buchen und last but not least: die Preise waren absolut fair!

Und was soll ich sagen? Wir hatten eine großartige, sehr entspannte und verspielte Ferienwoche und haben keinen Spaß ausgelassen: Stockbrot wurde gebacken, anschließend gab es noch Pizza und Flammkuchen für alle. Wir waren dabei, als die Kühe und Schweine gefüttert wurden und selbstverständlich haben wir uns auch die Traktorfahrt und die Nachtwanderung nicht entgehen lassen. Die Kinder hatten riesengroßen Spaß und haben sofort altersgerechten Anschluss gefunden und wir Eltern haben uns darüber gefreut, dass die Tage solche Selbstläufer waren. Zwei Dinge haben wir aber besonders geliebt: Das Frühstücksbuffet war jeden Morgen aufs Neue super und wirklich liebevoll zubereitet, die Auswahl ging schon eher in Richtung Brunch und wirklich alles hat hervorragend geschmeckt. Und dann haben wir auch noch blendend geschlafen, denn endlich hat mal jemand verstanden, dass man vielleicht ein paar Euro mehr in vernünftige Betten bzw. Matratzen investieren sollte, denn ausgeschlafene Gäste sind einfach zufriedener.

Ihr ahnt es also: Wenn Bauernhofurlaub so sein kann, dann bin ich definitiv auch im nächsten Jahr gerne wieder mit von der Partie und mir macht es fast gar nichts mehr aus, Hühnerkacke aus Gummistiefelsohlen zu bürsten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.