Ein Mittwoch, oder: zwischen Päckchen, Pizza und fehlenden Photos

Der Tag beginnt wie gewohnt: Wir frühstücken, machen uns und die Kinder ausgehfertig und dann geht es los in Richtung Schule, Kindergarten und für Jan heute nach Dortmund zur Arbeit. Ich habe zigtausend Sachen auf meiner vorweihnachtlichen To-Do-Liste, aber heute ist so ein Tag, an dem ich keine Listen brauche und sich die eine Aufgabe aus der nächsten ergibt, nennt sich wohl flow. Ich räume das Haus auf, befülle Wasch- und Spülmaschine, sauge einmal durch und putze das Bad, denn die Tochter hält noch ein morgendliches Schläfchen. Danach drehen wir eine kurze Runde, ich beantworte Mails, bekomme ein Päckchen mit doppelt bestellter Leggings, die ich jetzt gerade (und noch bis Samstagabend) via Instagram verlose. Ich denke über etwas nach und schreibe meine Fragen zum Thema auf, denn bald wird es hier auf dem Blog auch immer mal wieder Interviews mit Menschen geben, die ich spannend finde, weil sie außergewöhnliche Berufe ausüben oder weil mich interessiert, wie sie leben und denken oder wie sie dorthin gekommen sind, wo sie gerade so stehen im Leben.

Anschließend hat die kleine Tochter großen Hunger, es gibt Milch und für mich danach noch einen Kaffee. Jetzt noch schnell ein Rezept bestellen, einen Friseurtermin für die große Tochter vereinbaren und dann verpacke ich die Adventskalenderkleinigkeiten, die jeweils sonntags in den Kalendern der Kinder stecken werden. Ich überlege kurz, ob ich die Kalender heute schon aufhängen soll, aber höre Jan im Geiste höhnisch über so viel Naivität lachen, denn bis Sonntag ist es – mit Kinderaugen betrachtet und mit Kinderhänden ertastet oder gar geöffnet – noch sehr lang. Dann versuche ich unsere Weihnachtskarte zu gestalten, aber wir haben tatsächlich nur ein einziges Photo, auf dem theoretisch alle Sechs drauf sind. Das Baby ist jedoch leider unkenntlich in der Trage verborgen, ich grinse irgendwo zwischen übermüdet bis irre und Jan hat einen recht sperrigen Ast in der Hand, den ich mir nicht erklären kann.

Nun ja, mehr Zeit ist eh nicht, also wird das morgen fertig gemacht, denn jetzt backe ich Pizza zu Mittag, schaue Hausaufgaben durch und hole die Mittleren aus dem Kindergarten ab. Eigentlich wollte ich den schon etwas überfälligen Quark heute noch zu Quark-Öl-Teig-Tieren verarbeiten, aber die Kinder haben eigene Pläne und keine Lust zu backen. Also wird (wunderbar miteinander) gespielt und bis auf den ein oder anderen Zwischenfall ist der Nachmittag ganz friedlich. Ich bereite das Abendbrot vor, während die Babytochter ein wirklich langes Schläfchen hält, Jan im Stau steht und der große Sohn geheime Dinge an seinem Schreibtisch veranstaltet – ich habe Sonntag Geburtstag und muss momentan unbedingt anklopfen, bevor ich sein Zimmer betrete. Die Küche ist aufgeräumt und neben mir liegt ein jetzt hellwaches Baby, dessen Vater wahrscheinlich wieder im Kinderzimmer eingeschlafen ist, aber wir gehen ihn jetzt mal suchen.

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