Ein Mittwoch, oder: zwischen Kinderarzt und Vorweihnachtsklimbim

Um 5:30 bin ich wach, denn die kleine Tochter ist es auch und sie hat richtig Hunger. Das freut mich so sehr, denn in den letzten Tagen war sie manchmal (durch den Virus) appetitlos und dann stieg meine Sorge… Doch leider ist der Durchfall weiterhin da und so schmeiße ich gedanklich nochmal meine Vormittagspläne über den Haufen, denn wir müssen jetzt doch nochmal zum Arzt. Aber erstmal die übliche Morgenroutine und das zackig, denn Jan hat heute einen langen Drehtag in Köln – glücklicherweise der letzte in diesem Jahr.

Ich rufe mehrmals in der Praxis an, aber erst ist noch niemand da, danach dauerhaft besetzt. Aber dann geht die äußerst nette Praxisdame endlich ran und wir bekommen einen Termin in einer Stunde. Jetzt muss ich mich sputen, aber alles passt ganz genau und wir verbringen noch eine Weile im Wartezimmer. Neben uns sitzt ein stark erkälteter Junge, dessen Mutter die ganze Zeit Handyvideos mit Ton guckt, während ihr Sohn munter in die Gegend kröcht, niest und röchelt und ich denke die ganze Zeit darüber nach, ob ich mal kurz darauf hinweisen soll, dass man auch in die Armbeuge oder sonstwohin husten könnte, aber nicht einfach so drauf los…Da ich ungefragte Einmischungen aber eigentlich furchtbar finde, ringe ich so lange mit mir, bis die beiden aufgerufen werden… Was richtig oder ratsam gewesen wäre, weiß ich natürlich immer noch nicht.

Vom Arzt bekommen wir schließlich den Rat, genauso weiterzumachen wie bisher, nur die Pre-Milch soll ich durch Heilnahrung ersetzen. Ich weiß, dass sich da die Geister scheiden, aber ich hab eigentlich ganz gute Erfahrung mit Heilmilch gemacht, also möchte ich das. Allerdings haben die ersten zwei Apotheken, in denen ich nachfrage, nichts davon da, also geht es weiter in den Drogeriemarkt. Ich habe Hunger, weder Trage noch Kinderwagen dabei, aber jetzt müssen wir ins Einkaufszentrum und da ist es schrecklich voll, obwohl es erst halb elf ist. Aber wir bekommen die Nahrung, in der Apotheke hole ich noch Oralpädon (das kein Kind hier je trinken wollte) und nebenan Brötchen. Dann kommt kein Aufzug, wir laufen also, warten am Ticketautomaten und versuchen es 4mal, doch nein, der Kack-Automat akzeptiert das Parkticket nicht. Also wieder runter und zu dem äußerst netten und gut gelaunten Parkhauswächtermann, der mir freundlicherweise – nachdem der Maxi Cosy und ich über eine Absperrung klettern mussten, damit das Baby und mich keiner überfährt – das Ticket entwertet. Jetzt wird es echt Zeit…

Wir fahren nach Hause und dort stelle ich fest, dass ich nicht raustelefonieren kann, also erledige ich ein paar Anrufe mit dem eingestaubten Festnetztelefon auf dem mich genau drei Menschen (selten) anrufen. Die Tochter schläft, ich räume das Haus auf, schreibe einen Textentwurf, da ich gestern so eine Idee hatte, und dann kommt der große Sohn nach Hause. Wir essen aufgewärmte Suppe und überlegen, wie wir das heute Nachmittag alles hinbekommen, denn seit gestern (!) Nachmittag steht fest, dass das Klassenfest, das letzte Woche ausgefallen ist, heute nachgeholt wird… Spontaneität kurz vor Weihnachten? Na sicher doch… Ich will nicht wirklich mit einem kranken Baby und zwei Kleinkindern in einem Raum mit 60 anderen Menschen sein und deshalb entschuldige ich mich 80.000mal beim großen Kind, denn er muss allein zum Fest bzw. mit all seinen Freunden und Klassenkameraden, aber eben ohne uns Eltern. Ich hasse solche Situationen zutiefst, denn ich möchte natürlich nicht, dass mein Sohn irgendwie traurig ist, aber ich weiß, dass das mit den drei Kleinen heute nicht geht und daher muss das so.

Ich fahre zum Kindergarten, wo die Stimmung heute irgendwie besonders gut und fast schon ausgelassen ist… Man kann auch hier die Ferien förmlich riechen und das tut sehr, sehr gut! Nach einem kurzen Abstecher auf dem Auspower-Trampolin verbringen wir den Rest des Tages mit zwei Kisten Lego Duplo und nach Banane riechender Heilnahrung, die nach langem Überreden dann doch noch akzeptiert wird. Abendessen, alle Kinder ins Bett bringen, aufräumen und drei Pakete packen. Ich klopf mir jetzt mal kurz selbst auf die Schulter und freue mich, dass wir den Wecker in diesem Jahr nur noch zweimal brauchen! Uff, gute Nacht und haltet gut durch, ein Ende ist in Sicht!

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