ein Freitag

Ich werde wach, es ist hell, aber ich habe keine Ahnung, wie spät es ist. Die kleine Tochter hat Hunger, schläft nach der Milch nochmal ein, aber nur für 10 Minuten und da ist es 5:30. Puh, das ist viel zu früh, aber anscheinend stehen wir jetzt mal auf. Ich gehe duschen, Jan macht das Frühstück und nach und nach werden die Kinder wach. Da wir heute mit allem so früh dran sind, bin ich auch recht zeitig am Kindergarten und das große Kind ist ebenfalls überpünktlich an seiner Schule. Ja, tatsächlich: In dieser Woche hatten wir fünf Tage Kindergarten und Schule mit Präsenzunterricht, das war wahnsinnig ungewohnt, aber auch ziemlich gut! (Was nicht heißen soll, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, ob es wirklich klug ist, die Abstandsregeln an Schulen fallen zu lassen…)

Jan arbeitet heute in Essen und ich habe alle Hände voll mit der kleinen Tochter zu tun, die heute sehr, sehr anhänglich ist. Sie will auch nicht wirklich essen und ich vermute, dass das mit den vielen Zähnen zu tun hat, die sie gerade gleichzeitig bekommt. Für weißen Joghurt und gekühltes Obst ist sie nämlich sofort zu haben. Ich räume irgendwie nebenbei die Küche auf, schmeiße die Waschmaschine an und dann gehen wir erstmal eine Runde spazieren. Plötzlich ist es wieder sehr warm und der Himmel sieht so sehr nach Sommer aus!

Als wir nach Hause kommen, schläft die Tochter ganz schnell ein. Keine schlechte Idee, das würde ich jetzt auch sehr gerne tun, aber stattdessen lese ich ein paar Seiten. Als mir dann auch die Augen schwer werden, gehen die meiner Tochter schon wieder auf, also wird aus meinem Nickerchen leider nichts. Einige Zeit später steht der große Sohn vor der Türe und ich ‚koche‘ schnell das von ihm gewünschte Mittagessen: Er hat seit Tagen schon von Dosenravioli phantasiert und heute ist es so weit. Allerdings merkt auch er, dass der Geschmack wirklich nur ganz am Anfang ok ist und dass man nach einer Portion für lange Zeit genug davon hat.

Der kleinen Tochter biete ich zum Mittagessen eine ganze Reihe von Dingen an, aber alles – von Nudeln über Brei bis Banane und Brot – wird verschmäht. Jan ruft mich an, weil er früh Feierabend haben wird und auf dem Rückweg die Kinder mitbringen kann. Die gewonnene Zeit nutze ich, um mal wieder einen Streuselkuchen zu backen, den wir ewig nicht hatten. Der Hefeteiggeruch, der einige Zeit später aus dem Backofen herüberweht, ist schonmal super.

Als alle Kinder zu Hause sind, ist es anfangs total ruhig und friedlich. Wir essen Kuchen und danach gehen alle auf ihre Zimmer, hören Hörspiele, lesen oder bauen Lego. Ich denke noch, wie seltsam ich diese Ruhe finde, insbesondere an einem Freitag, denn da gibt es hier oft Streit, weil alle durch sind von der Woche. Und ich habe es kaum zu Ende gedacht, da geht es los und keine zwei Minuten später wird aus allen Ecken gebrüllt. Nachdem wir weitestgehend schlichten konnten, übernimmt Jan die Kinder und ich widme mich vier vollen Ikea-Tüten mit Wäsche, die zusammengelegt werden will. Es dauert eine kleine Ewigkeit und auch nach dem Abendbrot bin ich damit noch beschäftigt. Aber jetzt freue ich mich sehr auf das bevorstehende Wochenende! Morgen feiern wir nämlich Midsommer und die Wetteraussichten sind fantastisch.

Ich wünsche euch allen ebenfalls ein schönes Wochenende und erzähle euch Sonntagabend im Wochenende in Bildern gern mehr von unserem.

Eure Simone

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  1. Ach, das klingt doch eigentlich ganz gut, vllt sollten wir das Denken wirklich häufiger vom uns schieben und im Moment verweilen.
    Zur Kleinen noch ein Gedanke… Unsere jüngeren klammern auch gerade sehr, denn auch sie haben am homeschooling gelitten… Zu oft ein ‚warte kurz‘, ‚gleich‘, ‚Versuch es Mal allein, ich komme gleich… ‚
    Völlig ungewohnt für sie… Habe ich doch im ‚vor-corona-alltag‘ Nischen nur für die Einzelnen gehabt… Vllt saugen sie jetzt solche Momente umso mehr auf…

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