Und plötzlich denk‘ ich: Moment mal… Woche acht.

Gestern Mittag hat mich der Kunstschullehrer meines großen Sohnes angerufen, um mir mitzuteilen, dass der Unterricht ab morgen wieder stattfinden könnte. Ich hatte einen anderen Anrufer erwartet und war daher sowieso schon etwas überrumpelt, aber auch auf den Inhalt seiner Botschaft war ich nicht vorbereitet und dachte: wie jetzt? Kunstschule, das ist ja nun mal drinnen und bis gestern hing noch an jedem Spielplatz Flatterband? Bis zu diesem Zeitpunkt, als der Anruf kam, hatte ich noch keine Infos, wie es mit der Grundschule nun genau weitergehen würde, geschweige denn, was für die Kindergartenkinder geplant wird.

Ich lehnte also erstmal dankend ab, denn dieser Anruf ist nur ein Beispiel dafür, dass mir das gerade alles echt zu schnell geht. Bis letzte Woche war doch noch Alarmstufe rot angesagt und jetzt soll der Mai plötzlich der Öffnungsmonat werden? Es kommt mir ein wenig so vor, als hätte man all die mahnenden Worte der Wissenschaft nun endgültig beiseite geschunkelt, weil jetzt einfach mal gut sei,  und man lieber die Risikokarte spielen möchte. Natürlich wünsche auch ich mir sehnlichst, mal wieder ins Café, Restaurant oder Kino gehen zu können oder zu schwimmen. Und besonders wünsche ich mir, dass die Kinder sich wiedersehen können und dass ich meinen Luchs-Modus etwas runterfahren kann, um nicht derart genau aufzupassen, wer sich da wem gerade zu sehr nähert. Aber ich habe momentan das Gefühl, dass sich hier ein etwas waghalsiges Experiment zusammengedrängelt wurde und bin noch sehr in einer abwartenden Position. Auch, wenn ich wirklich hoffe, dass diejenigen, die gerade über all die Öffnungen entscheiden, wissen, was sie da tun, und dass mittlerweile ‚nur noch‘ so wenig Virus im Umkreis ist, dass das System auch dann noch trägt, wenn sich nur noch ein Teil der Menschen an die Abstandsregeln hält.

Das Wochenende werden wir weiterhin zu Hause, hauptsächlich im Garten verbringen und uns dann vielleicht nächste Woche etwas weiter in die Welt hinauswagen. Wie sehr ihr das und wie geht ihr mit all dem gerade um?

4 comments Add yours
  1. Meine Gedanken gehen in ähnliche Richtungen…
    Natürlich freue ich mich, wieder mehr Freiheiten zu bekommen, aber ob es den Preis wert ist?
    Zum Unterricht der großen gibt es nur sehr sperrliche Infos, zwar ein Datum, ab wann es ein bisschen Unterricht gibt, aber wie weiß niemand.
    Vom totalen lockdown zu sovielen Lockerungen ist mir der Weg definitiv zu kurz….

    1. Ja, liebe Sarah, das verstehe ich sehr gut! Irgendwie fehlt mir da gerade so eine Phase dazwischen und ich frage mich wirklich, was wir in ein paar Wochen denken und tun werden (können). Dir und Deiner Familie weiterhin alles, alles Gute! Liebe Grüße,
      Simone

  2. Mir geht es einerseits auch zu schnell und auf der anderen Seite freue ich mich natürlich darauf, wenn mein Kind irgendwann wieder in den Kindergarten gehen darf und ich wieder in Ruhe arbeiten kann. Aber das wird noch dauern. Ins Café oder Restaurant könnte ich mich noch nicht setzen, das fühlt sich für mich einfach nicht richtig an. Wir meiden andere Menschen und achten auf Abstand. Bald wollen wir aber die Großeltern besuchen, das fühlt sich noch ganz merkwürdig an und ich habe noch ein paar Bedenken.

    1. Hey Jennifer, ich verstehe sehr gut, was Du meinst. Kindergarten wäre hier auch ein Traum, denn unseren Kindern fehlen ihre Freunde und der Kindergartenalltag total. Aber ich fürchte auch, dass das bei uns noch dauern wird. Im August soll eigentlich meine kleine Tochter eingewöhnt werden, aber wird es dann eine Maskenpflicht geben? Das kann ich mir nämlich so gar nicht vorstellen, wie das dann für sie gehen soll… Hach ja. Aber eigentlich weiß man ja kaum, was nächste Woche ist, daher verschiebe ich meine Gedanken dazu mal lieber. Alles Gute für Euch! Simone

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