#hunderttagebuch

Seitdem ich schreiben kann, führe ich Tagebuch – mal mehr, mal weniger intensiv. Ab morgen werde ich das zum ersten Mal öffentlich tun, und zwar hier auf dem Blog. Die Idee ist ein #hunderttagebuch, denn ich möchte hundert Einträge sammeln und dabei schauen, wo ich am Anfang stand und wo ich am Ende stehen werde.

Wie verändert sich mein Schreiben, mein Auswählen von dem, was ich erzählen möchte? Aber auch: wie verändert sich die Welt um uns herum, im Kleinen und in den großen Zusammenhängen, was wird geschehen sein und wie gehen wir mit dem weiteren Verlauf der Pandemie um, die manch einer schon für längst erledigt hält? Wie kann ich denn eigentlich von meinem Tag erzählen, ohne dabei allzu private Details preiszugeben, aber dennoch persönlich zu sein und dabei im besten Falle auch etwas zu erzählen, das euch interessiert?

Wie verändert sich mein Schreiben, wie die Welt da draußen?

Schreibe ich detailreiche Protokolle oder nur kurze Miniaturen, werden es ausufernd lange Sätze oder manchmal nur Stichpunkte? Schaffe ich es hundert Tage hier zu schreiben oder muss ich die Idee irgendwann abbrechen? Einen Notfallanker habe ich mir schon eingebaut, denn es kann gut sein, dass ich es mal nicht schaffe, an einem Abend zu schreiben, weil die Kinder nicht schlafen, die Arbeit noch drängt oder ich einfach zu fertig bin. Dann geht die Zählung eben am nächsten Tag weiter und auch, wenn das mein akribisches Herz etwas stört: es wird und bleibt hoffentlich dennoch ein Aufschreiben und Einfangen, ein Dokumentieren von hundert Tagen aus meinem Leben.

Inspiriert haben mich Berlin Mitte Mom und Frische Brise, deren Alltags- und Urlaubserzählungen ich unheimlich gerne lese. Denn beide schreiben sehr reflektiert und genau über das, was sie umtreibt, was sie sehen, denken und fühlen, und ich mag es sehr, sie lesend dabei zu begleiten. Aktuell schreibt Ana auf Berlin Mitte Mom ihre Morgenseiten vom Darß und Carola von Frische Brise berichtet oft aus ihrem Alltag und von den Familienwochenenden. Unvergessen sind auch ihre Lockdown-Aufzeichnungen für mich, die ich jeden Abend gelesen habe und die mir das gute Gefühl gegeben haben, dass meine Sorgen und Freuden sich in den Leben vieler anderer Frauen widerspiegeln.

Ich möchte ein #hunderttagebuch schreiben, weil Lebensaufzeichnungen mich faszinieren und weil ich nicht länger nur für die Schublade, die unzähligen Kartons und für mich selbst schreiben möchte, weil ich ausprobieren will, wie Form und Inhalt sich verändern, wenn theoretisch viele Menschen mitlesen können und wie es mir gelingt, diese neue Routine zu etablieren.

Lest ihr mit, schaut hier vorbei und erzählt vielleicht sogar anderen von der Idee? Ich wäre sowas von froh!


Eure Simone

4 comments Add yours
  1. Liebe Simone,
    eine tolle Idee! Ich lese schon lange und sehr gerne bei dir mit und freue mich umso mehr, hier nun täglich rein schauen zu können!

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