Ein Dienstag, oder: Auf Regen warten

Wir wachen auf und bewegen uns langsam in Richtung Küche. Jan ist schon längst wach und arbeitet, denn er hat heute Vormittag einen wichtigen Termin und möchte bis dahin am Schreibtisch fertig sein. Nach dem Frühstück gehe ich mit dem großen Sohn kurz durch, welche Aufgaben er heute für die Schule erledigen muss: es wird eine Mischung aus Mathe, Englisch und ein wenig Deutsch. Insgesamt ist es heute nicht so viel, weil er gestern einen ganzen Batzen Mathe abgearbeitet hat und damit lang beschäftigt war.

Die anderen spielen miteinander, gucken ein paar Episoden „Shaun das Schaf“ und ich kümmere mich um Haushaltsdinge und die kleine Tochter, die mittlerweile kurz davor ist, ganz selbständig loszulaufen. Wenn sie sich irgendwo festhalten kann, klappt das schon sehr gut und in einem beachtlichen Tempo. Damit hat auch die Zeit begonnen, in der sie an ziemlich vieles drankommt, was oben auf Ablagen, Fensterbänken oder in Regalen liegt, und natürlich möchte sie auch alles sehr genau anschauen, zerknüllen und im schlimmsten Fall probieren. Aber wir sind ja recht routiniert im Sichern von Kindern und Umgebung und das geschieht gerade wieder an jeder ‚gefährlichen‘ Ecke.

Alle Kinder werden angezogen oder kümmern sich selbst darum, ich gehe duschen und dann hat die kleine Tochter Hunger und wirkt sehr müde. Ich versuche beinah eine Stunde lang sie hinzulegen, aber daraus wird nichts. Einmal ist sie halb eingeschlafen, aber da hat ein Geschwisterkind ein sehr dringendes Problem und kommt so laut polternd ins Schlafzimmer, dass ich es danach dann auch aufgebe und stattdessen ein frühes Mittagessen (ja, wieder Nudeln) zubereite.

Jan kommt nach Hause und hat drei volle Einkaufstüten dabei, da er auf dem Rückweg noch den wöchentlichen Drogerieeinkauf erledigt hat. Nach dem Essen trinken wir Kaffee, besprechen ein paar Dinge und dann kann ich die sehr müde Tochter endlich hinlegen.

Jan übernimmt die anderen Kinder und ich lege mich eine Stunde zur Tochter, da ich schon den ganzen Tag Kopfschmerzen habe und nicht richtig wach wurde. Danach beschließe ich, dass ich jetzt mal Kartoffeln vorkoche, denn heute habe ich keine Lust auf Abendbrot. Normalerweise kochen wir nicht zweimal täglich, denn das ist einfach zu viel Aufwand und muss auch irgendwie nicht sein, aber heute ist genug Zeit für ein Kinder-Lieblingsessen: Bratkartoffeln, Erbsen und Möhren mit Spiegelei.

Am Abend ist eine Menge aufzuräumen, denn seit dem späten Nachmittag haben die Kinder aufgrund des lang ersehnten Regens drinnen gespielt und phasenweise gewütet. Jetzt schlafen drei von vieren, ich lese weiter in Francesca Melandris „Auf hoher See“ und wünsche Euch einen ruhigen und guten Abend.

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