Novembergeschichten aus Eis und Schnee, Cornwall und dem Königreich Schlaraffien

(Werbung, da Rezensionsexemplare)

Im November habe ich viele Kinderbücher und auch Seminarlektüre für die Uni gelesen, aber ansonsten war das kein überragender Lesemonat für mich. Ich habe so einige Bücher angelesen, aber richtig beeindruckt hat mich davon keins. Dennoch gibt es auch in diesem Monat einen Roman, den ich euch vorstellen und hervorheben möchte – auch, wenn ich mich der großen Begeisterung um die bisher erschienenen Jahreszeitenbücher von Ali Smith nicht anschließen kann. Aber jetzt beginne ich erstmal mit einem Kinder- und Jugendbuch, das ich gemeinsam mit meinem großen Sohn gelesen habe:

Der Winter des Bären

In Kiran Millwood Hargraves Spannungsroman „Der Winter des Bären“ hat der scheinbar ewige Winter Einzug gehalten. Die Heldin der Geschichte ist die junge Mila, die gemeinsam mit ihren drei Geschwistern im Eldbjørn-Wald lebt und dort mit einem rauen Alltag zurechtkommen muss. Die Mutter ist verstorben und auch der Vater lebt nicht mehr bei seinen Kindern, daher hat Milas große Schwester Sanna das Sagen und führt ein manchmal allzu strenges Regiment. Eines Tages macht Mila unfreiwillig Bekanntschaft mit einer Gruppe von Männern, die nichts Gutes im Schilde führen, und zugleich eine seltsame Macht über Mila besitzen. Als am nächsten Morgen ihr Bruder Oskar verschwunden ist, weiß Mila, dass sie etwas tun muss und begibt sich in ein waghalsiges und gefährliches Abenteuer, um Oskar zu retten.

„Der Winter des Bären“ ist genau das richtige Buch für lange Wolldeckenabende, während es draußen klirrend kalt ist. Empfehlen würde ich es ab 9 Jahren, aber frühestens, denn passagenweise ist die Geschichte wirklich sehr spannend und manchmal auch richtig traurig.

Kiran Millwood Hargrave: Der Winter des Bären. Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. Insel Verlag 2020. ISBN: 978-3-458-17881-1, 255 Seiten. Preis: 14,00 Euro.

Winter

„Winter“ ist der zweite Roman in der Jahreszeitenreihe der schottischen Schriftstellerin Ali Smith und spielt rund um Weihnachten in einem viel zu großen Haus in Cornwall. Dort lebt Sophia in der zweifelhaften Gesellschaft eines schwebenden Kinderkopfes, der ihr zwar einige Rätsel aufgibt, aber letztlich einfach da zu sein scheint. Sophia scheint sich nicht mehr besonders gut zurechtzufinden, in dieser seltsamen und schrillen Welt, in der wir jedes Jahr meist vergeblich auf Schnee warten, von der Natur nie weiter entfernt waren und nichts mehr zu vermissen scheinen als die Nähe zu einem einfachen und formklaren Leben.

Sophias Sohn Arthur, dessen Freundin sich gerade von ihm getrennt hat, besucht seine Mutter zum Fest, möchte aber unangenehmen Fragen zu seinem Liebesleben möglichst entgehen, weshalb er einer jungen Frau, die er an einer Bushaltestelle kennengelernt hat, ein lukratives Angebot macht.

Als dann noch Sophias eigenwillige Schwester Iris, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, auftaucht, kann Weihnachten beginnen und wir erfahren in zahlreichen Rückblicken, wie Sophia, Arthur und die anderen dorthin gekommen sind, wo sie jetzt im Leben stehen. Das alles ist durchaus glaubwürdig und interessant erzählt, aber am Ende ließ „Winter“ mich ebenso wie sein herbstlicher Vorgänger etwas ernüchtert zurück. Denn auch, wenn der Roman gespickt ist mit scharfsinnigen Detailbeobachtungen und teilweise auch Gegenwartsdiagnosen, die äußerst zutreffend sind, so fehlt mir doch so etwas wie eine unerwartete Wendung oder ein größerer Zusammenhang, so dass ich sagen muss: Ja, ich habe „Winter“ recht gern gelesen, war mir aber auch schon während der Lektüre darüber bewusst, dass dieser Roman kein echtes Highlight für mich ist.

Ali Smith: Winter. Aus dem Englischen von Silvia Morawetz. Luchterhand Verlag 2020. ISBN: 978-3-630-87579-8, 320 Seiten. Preis: 22,00 Euro.

Der Ickabog

Wenn J.K. Rowling eine neue Kindergeschichte geschrieben hat, bzw. eine, die sie seit vielen Jahren in der Schublade hat, nun herausbringt, dann möchte ich dort gerne hineinlesen oder in diesem Fall hineinhören. Als ich dann entdeckte, dass das Hörspiel zu „Der Ickabog“ von Heike Makatsch gelesen wird, war ich noch überzeugter, denn ihre Stimme und ihre Art vorzulesen, haben meinen Sohn und mich schon bei „Mary Poppins“ begeistert.

Die Geschichte vom Ickabog spielt im Königreich Schlaraffien und ist ein Märchen voller unglaublicher Wendungen und rasanter Einfälle, das meinen Sohn sofort komplett in seinen Bann gezogen hat. Die Lesung, die mir als mp3-Fassung vorliegt, umfasst nicht weniger als 7h und 51min, sodass ich mein Kind zwei lange Nachmittage lang fast gar nicht zu Gesicht bekommen habe… Aber was er mir danach erzählte, war voll purer Begeisterung! Denn die Geschichte vom Ickabog, der schrecklich oder gar grausam sein soll, ist eine schaurige Sage, die man erzählte, um kleinen Kindern Angst zu machen. Doch die Zweifel daran, ob es den Ickabog nicht vielleicht doch ‚wirklich‘ gibt, werden immer lauter und so sind es schließlich zwei Kinder, die sich dem sagenumwobenen Ickabog stellen müssen und die die Wahrheit zwischen all den Mythen herausfinden werden.

Mehr wird an dieser Stelle lieber nicht verraten, aber ich kann euch versichern, dass diese Geschichte alles hat, um phantasiebegeisterte Kinder vollauf in ihren Bann zu ziehen!

J.K. Rowling: Der Ickabog. Gelesen von Heike Makatsch. Der Hörverlag 2020. ISBN: 978-3-8445-4187-8. Spieldauer: 7h. und 51min. Preis: 15,00 Euro.

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